Fachtag „digitale Lebenswelten“ im Kontext von Kindern und Jugendlichen


Haupttreffen des Suchtarbeitskreises 2022

Vortrag von Niels Pruin über Internetnutzungsstörung und Computerspielsucht

Am 21.07.22 fand - im Rahmen des Jahreshaupttreffen des Suchtarbeitskreises - der Fachtag „digitale Lebenswelten“ im Kontext von Kindern und Jugendlichen statt. Als Referent wurde der Suchttherapeut Niels Pruin eingeladen. Unter anderem stellte er in seinen Vorträgen auch Methoden aus seinem Therapiekonzept und Behandlungsmanual „Spaßfaktor Realität, zurück aus der virtuellen Welt“ (Cuivilier Verlag, 2. Auflage. 2014) vor.

Der Fachtag teilte sich in zwei Veranstaltungen auf.

Vormittags wurde ein Fachkräfte-Workshop zum Thema „digitale Lebenswelten“ angeboten. Hier erhielten Fachkräfte durch einen Vortrag von Herrn Pruin Einblicke in die vielfältigen Bereiche im Bezug auf digitale Medien. Themen waren u.a.:

  • Suchtfalle beim Aufbau von Rollenspielen und Egoshootern

  • suchtauslösende Funktionen von sozialen Netzwerken

  • Medienkompetenz erlernen

  • Beratungsgespräche mit Betroffenen/ Angehörigen

  • Methoden zur Beratung

Der Workshop zielte hauptsächlich darauf ab, Fachkräfte mittels adäquaten Methoden und Handlungsmöglichkeiten in der aktiven Arbeit mit Familien/ Jugendlichen zu unterstützen.

Nachmittags fand ein erneuter Vortag durch Herrn Pruin zum Thema „digitale Lebenswelten“ statt. In diesem Teil wurde ein Allgemeiner Überblick zum Thema gegeben, da hier neben Fachkräften auch interessierte Eltern teilnahmen. Folgende Themenbereiche wurden vorgestellt:

  • Überblick über die Erkrankungen

  • digitaler Stress

  • Anziehungskraft Smartphone

  • digitale Balance

  • zwischen Homeschooling und Freizeitkonsum

  • Tipps zum sicheren Umgang mit neuen Medien (u.a. bezogen auf Kinder und Jugendliche)

Unter anderem zeigte der Referent in seinen Vorträgen den Zusammenhang zwischen menschlichen Grundbedürfnissen und der Anziehungskraft sozialer Medien auf. Das Smartphone schafft jederzeit eine passgenaue Abdeckung der wichtigsten Grundbedürfnisse, wodurch es leicht zum Suchtfaktor werden kann. Folgende relevante Grundbedürfnisse sollen beachtet werden:

  1. Orientierung und Kontrolle (Sicherheit)

  2. Lustgewinn und Unlustvermeidung

  3. Selbstwerterhöhung

  4. Bindung

Durch eine Abdeckung dieser Grundbedürfnisse im realen Leben, kann der „Anziehungskraft“ entgegengewirkt werden.

Herr Pruin schaffte es durch praxisnahe Beispiele und die Einbindung der Teilnehmer, rege Diskussionen zum Thema und einen gemeinsamen Diskurs entstehen zu lassen.



Autor: Tina Wohlert