Ambulant Betreutes Einzelwohnen

für psychisch kranke, junge Volljährige


Angebot

Das Ambulant Betreute Einzelwohnen ist ein aufsuchendes psychosoziales Hilfsangebot in der eigenen Wohnung.
Die Unterstützung ist eine ganzheitliche, alltags- und lebensweltorientierte Hilfe.
Die Hilfe basiert auf lebensfeldunterstützenden, lösungsorientierten und systemischen Grundgedanken. Durch eine gezielte Verbindung von sozialpädagogischen und alltagspraktischen Methoden, wird die Selbsthilfekompetenz des Klienten gestärkt. Eine ressourcenorientierte Betreuung und Begleitung fördert die Fähigkeit zur Problemlösung und Alltagsbewältigung.
Die Unterstützung erfolgt unter Einbeziehung des sozialen Umfelds und allen Systemen des Klienten, die für die Zielerreichung hilfreich sein können.


Zielgruppe

Die rechtliche Grundlage für unsere Arbeit ist die Eingliederungshilfe nach §§ 53 ff SGB XII + IX (Volljährige Menschen mit Sozialhilfeanspruch) mit § 55 Abs. 2 SGB IX.
Das Angebot des Ambulant Betreuten Wohnens richtet sich an psychisch kranke junge volljährige Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund, als Anschluss an eine Jugendhilfemaßnahme oder wenn diese früher einmal Klienten in einer solchen waren und zwischen 18 und 30 Jahre alt sind.
Diese Personen leben alleine, in einer Partnerschaft/Wohngemeinschaft oder noch in der elterlichen Wohnung und benötigen dabei mittel- oder langfristige Unterstützung in ihrem alltäglichen Leben, um stationäre Hilfen zu verhindern oder zu beenden.


Zielsetzung

Zu Beginn jeder Maßnahme ist die gemeinsame Erarbeitung von gegenseitigen Wünschen, Erwartungen und Pflichten, aber auch von Ängsten, ein erster wichtiger Baustein der Hilfe. Dies geschieht auf Grundlage einer systemischen Auftragsklärung.
Unser Ziel ist es mit Respekt vor den Menschen und deren Lebenswirklichkeit, die wir betreuen, gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten in ihrer Lebensbewältigung zu erschließen. Je nach individuellem Bedarf können sich Ziele in verschiedenen Lebensbereichen ergeben.

Ziele sind zum Beispiel:

+ Selbständiger und eigenverantwortlicher Umgang mit der psychischen Erkrankung
+ Aufbau und Erhalt sozialer Kontakte  Bewältigung von Konflikt- und Krisensituationen
+ Stabilisierung der psychischen und physischen Gesundheit
+ Auffinden und Ausbauen vorhandener Ressourcen
+ Herausarbeiten schwieriger biographischer Eckpunkte und Life-Events und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen
+ Weiterentwicklung der Persönlichkeit und Weiterführung der persönlichen Entwicklung
+ Förderung der Selbständigkeit durch Unterstützung im alltagspraktischen Bereich
+ Tagesstrukturierung durch Einhaltung eines geregelten und sinnvollen Tagesablaufs
+ Klärung der schulischen bzw. beruflichen Situation
+ Abbau kontraindizierter sozialer Beziehungen und Aufbau neuer förderlicher Kontakt


Methoden und Aufgaben

Die Hilfe basiert methodisch neben sozialpädagogischenund pädagogischen
Methoden auf Elementen der systemischen Beratung und Therapie, des Empowerment- und Recovery-Ansatzes, der Hilfe zur Selbsthilfe und der lösungs- und ressourcenorientierten Gesprächsführung.
Das Hilfsangebot orientiert sich an der jeweilig individuellen Zielsetzung in den Lebensbereichen Umgang mit der Behinderung, soziale Beziehungen, Haushaltsführung/Wohnen, Arbeit sowie Freizeitgestaltung/Teilnahme am gesellschaftlichen und soziokulturellen Leben.

Aufgaben können z.B. sein:

+  Unterstützung und Anleitung im Umgang mit Erkrankung (z.B. Unterstützung beim Erkennen krankheitsauslösender Faktoren, und kritischer Situationen, gemeinsames Entwickeln von Coping-Strategien etc.)
+  empowernde Gespräche
+  unterstützende Begleitungen zu Ärzten, Ämter und Behörden
+  Information und Beratung über flankierende Hilfsangebote, schulische/berufliche Perspektiven
+  Anleitung und Einüben von lebenspraktischen Fähigkeiten
+  Krisenbewältigung, Hilfe und Unterstützung in akuten Krankheitsphasen